LBV Kreisgruppe Neustadt/Aisch - Bad Windsheim

Kreisgruppentermine

Sonntag, 22.05., 6.30 Uhr

Artenvielfalt am Rehberggraben: Vogelstimmen & mehr.

Treffpunkt: Feldweg an der Straße von Altmannshausen Richtung

Fischhof/Dornheim nach PV-Anlage Markt Bibart. Mit Doris Hoffmann.

 

Mittwoch, 25.05., 18.30 Uhr

Vogelkundlicher Abendspaziergang mit Martin Hegwein.

Treffpunkt: Herrnberchtheim am Bahnhof.

Die Stunde der Gartenvögel: 13. bis 15. Mai 2022

Deutschlands große Sommerzählung

Foto: A. Hatlapa
Foto: A. Hatlapa

Mitmachen ist ganz einfach: Sie zählen eine Stunde lang Ihre Vögel und melden diese Zahlen. Ihre Daten und die tausender anderer Naturfreunde geben Antworten auf brennende Fragen. "Citizen Science" heißt diese Art der Forschung. Die bundesweite Langzeitstudie hilft uns Umweltveränderungen zu erkennen. Zudem können Sie tolle Preise gewinnen. Jetzt schon vormerken: 13. bis 15. Mai 2022.

 

An diesem Wochenende geht es um die Vögel in Ihrem Garten. Mitmachen ist einfach, ob als Familie oder alleine: Zählen Sie Ihre Vögel, melden Sie uns die Zahlen. Wir werten die vielen tausend Beobachtungen aus. So helfen Sie, Neues über die Vögel in Bayerns Gärten herauszufinden.

 

Auch wenn Sie keine oder nur wenige Vögel sehen, sind das wichtige Informationen für uns.

 

Unser Dankeschön für Ihre Teilnahme: Sie nehmen automatisch an der Verlosung wertvoller Preise teil.

 

 

Teilnehmen unter:

https://www.lbv.de/mitmachen/stunde-der-gartenvoegel/

Von Afrika nach Bayern: Willkommen Schwalben!

Gefiederte Frühlingsboten jetzt unterstützen – Mitmachen bei der LBV-Aktion "Schwalbenfreundliches Haus"

Hilpoltstein, 12.04.2022 – Die ersten Rauch- und Mehlschwalben kehren jetzt aus ihren afrikanischen Wintergebieten nach Bayern zurück. "Leider werden die fliegenden Frühlingsboten von Jahr zu Jahr weniger. Denn sie stehen gleich doppelt unter Druck: Zum einen finden sie weniger Insekten als Nahrung, zum anderen wird es für sie immer schwieriger geeignete Nistplätze zu finden", sagt die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Seit 2017 würdigt der bayerische Naturschutzverband LBV deshalb gemeinsam mit seinem bundesweiten Partner NABU Naturfreund*innen, die Schwalbennester an ihrem Wohnhaus, an der Garage, in der Scheune oder an einem landwirtschaftlichen Betrieb erhalten oder künstliche Nisthilfen anbringen. Allein in Bayern wurden bereits mehr als 1.000 Gebäude mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet.

 

Die Mehlschwalbe ist gefährdet, die Rauchschwalbe steht seit 2004 auf der Vorwarnliste der Roten Liste bedrohter Arten Deutschlands. Die Hauptgründe für die anhaltenden Bestandsrückgänge beider Vogelarten sind der Mangel an Insekten, weniger natürliche Nistbaumaterialien und die zunehmend fehlenden Nistmöglichkeiten durch Modernisierung. "Die Fassaden von Neubauten - häufig Zweckbauten aus Stahl und Glas - sind zu glatt. Hier halten die Nester nicht und oft fehlt der schützende Dachüberstand", weiß die LBV-Biologin.

 

Doch auch im ländlichen Bereich gehen die Nistmöglichkeiten für diese gefährdeten Arten zurück. "Nach Umbau und Modernisierung alter Gebäude und Höfe sind die Fassaden oft ungeeignet für Mehlschwalbennester oder die Vögel werden vergrämt", sagt Angelika Nelson. Den nahverwandten Rauchschwalben mit dem tief gegabelten Schwanz macht zusätzlich die Veränderung der Viehhaltung zu schaffen. Moderne Ställe ohne Einflugmöglichkeiten oder mit starker Durchlüftung berauben sie ihrer Nistplätze.

 

Mehl- und Rauchschwalben aber auch ihre Nester stehen unter Schutz und dürfen nicht entfernt werden. Nisthilfen für beide Schwalbenarten sind im Fachhandel erhältlich oder können selbst gebaut werden. "Stört der herunterfallende Kot, kann ca. 60 cm unter dem Nest ein Kotbrett angebracht werden. Dieses sollte 25 cm tief sein und an den Seiten 10 bis 20 cm über den Nestrand herausragen", so die LBV-Biologin.

 

Schwalben sind auf Lehm, Ton oder schlammige Erde für das Bauen ihrer Nester angewiesen. Dieses natürliche Baumaterial fehlt zunehmend, weil zum Beispiel ehemals lehmige Wege asphaltiert wurden. "Jeder kann Schwalben mit Baumaterial in der Nähe des Gebäudes helfen, indem man eine geeignete Bodenstelle feucht hält. Alternativ rührt man etwas Lehm mit Wasser in einer Tonschale an und bietet diese den Schwalben an einer katzensicheren Stelle an", sagt Angelika Nelson.

 

Neben der Sicherung und Neuschaffung von Nistplätzen trägt der Erhalt einer abwechslungsreichen, naturnahen Umgebung von Ortschaften und Städten zur Stabilisierung der Schwalbenbestände bei. Zu den dafür nötigen Maßnahmen gehört die naturnahe Gartenpflege, die Anpflanzung heimischer Sträucher und Bäume sowie die Erhaltung und Neuanlage von Dorfteichen. Auch große Naturschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Renaturierung von Feuchtgebieten, hilft den Insektenjägern sehr. "Wir dürfen nicht vergessen, dass Schwalben für die Aufzucht einer Brut von vier bis sechs Jungen bis zu 1,2 Kilogramm Insekten benötigen. Das entspricht grob geschätzt 12.000 Insekten. So helfen die Schwalben auch den Menschen, indem sie die Anzahl der Stechmücken verringern", so Angelika Nelson.

 

LBV-Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus"

Hausbesitzer*innen können sich für die LBV-Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus" über das Online-Meldeformular bewerben unter www.lbv.de/schwalbenhaus. "Diese Plakette schafft mehr Aufmerksamkeit für Rauch- und Mehlschwalbe bei Nachbarn und Spaziergängern. Jeder Einzelne kann so diese beiden gefährdeten Schwalbenarten direkt am Haus wirksam und einfach schützen, damit sie weiterhin nach dem alljährlichen Zug wieder ein Zuhause finden", betont Angelika Nelson.

 

LBV-Naturtelefon: Kompetente Beratung zu Naturschutzthemen

Zu Fragen rund um Vögel und Vogelfütterung und allen weiteren Themen, die Wildtiere wie Igel, Fledermäuse, Insekten oder Eichhörnchen und Garten betreffen, bietet der bayerische Naturschutzverband ab sofort kostenlose Beratung am LBV-Naturtelefon an. Sie erreichen das LBV-Naturtelefon Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr unter 09174/4775-5000.

Mainfrankens fliegende Schätze: Ortolan und Wiesenweihe

Hunde anleinen schützt seltene Feldvögel – LBV-Artenhilfsprogramme unterstützen bedrohte Vogelarten

Hilpoltstein, 21.04.2022 – In der mainfränkischen Agrarlandschaft leben zwei wertvolle Schätze: der Ortolan und die Wiesenweihe. Diese beide Vogelarten kehren jetzt aus den afrikanischen Überwinterungsgebieten nach Unterfranken zum Brüten zurück. Die Population des Ortolans in Mainfranken ist die letzte im gesamten süddeutschen Raum. Der etwa sperlingsgroße Singvogel ist in Bayern vom Aussterben bedroht. "Neben dem Ortolan brütet auch die Wiesenweihe auf mainfränkischen Wiesen und Feldern. In Bayern sind die Bestandszahlen aktuell stabil, allerdings ist das Überleben des Greifvogels nur durch hochintensive Schutzmaßnahmen möglich", sagt Christoph Saile, LBV-Projektleiter im Artenhilfsprogramm Wiesenweihe. Für beide Vogelarten koordiniert der bayerische Naturschutzverband LBV Artenhilfsprogramme, in denen zusammen mit Landwirten und vielen Ehrenamtlichen diese Seltenheiten geschützt werden. 

 

Während der Brutzeit von Mitte April bis Ende Juli reagieren beide Vogelarten sehr sensibel auf Störungen. Der Ortolan brütet am Boden auf nicht zu dicht bewachsenen Getreidefeldern. In unmittelbarer Nähe zum Brutplatz stimmt der Vogel auf einer Singwarte seinen unverwechselbaren, fränkischen Gesang an und überwacht sein Nest. "Schon ein längeres Verweilen unter seiner Singwarte kann der Ortolan als Störung wahrnehmen", erklärt die LBV-Projektleiterin im Artenhilfsprogramm Ortolan Dagmar Kobbeloer. Deshalb bittet der LBV, Rücksicht auf die Vögel zu nehmen und singende, jagende oder auf dem Boden sitzende Vögel stets mit ausreichend Abstand zu beobachten.

Besonders freilaufende Hunde sind für bodenbrütende Vögel, wie Ortolan und Wiesenweihe, ein Problem. Schnell stöbern die Vierbeiner mit ihrer guten Nase ein Gelege auf und die brütenden Weibchen werden aufgescheucht. "Starke Störungen können zur Aufgabe des Geleges führen. Selbst wenn die Weibchen zurückkehren und weiterbrüten, verlieren sie durch die Störung viel Energie. Auch die Eier oder geschlüpfte Jungvögel können auskühlen und dadurch Schaden nehmen", so Christoph Saile. Mit vierbeiniger Begleitung sollte jede und jeder deshalb auf den Wegen bleiben. "Für unsere mainfränkischen Schätze zählt jedes einzelne Gelege, damit die Bestände erhalten bleiben", sagt der LBV-Biologe weiter. Rücksichtsvolles Spaziergehen hilft auch vielen anderen seltenen Vögeln der Agrarlandschaft, wie Grauammer, Feldlerche oder Kiebitz.

Der Ortolan: seltener Langstreckenzieher
Mit einem Gewicht von gerade einmal 20 Gramm und weniger als 30 Zentimetern Flügelspannweite legt der Ortolan zweimal im Jahr eine Reise von mehr als 4.000 Kilometern zurück. Er überwintert im Senegal, in Gambia oder Guinea. Dort verbringt er etwa fünf Monate, bevor er jährlich für eine einzige Brut zurück in die europäischen Brutgebiete zieht. "Für die Nahrungssuche ist der Ortolan auf Flächen mit hoher Strukturvielfalt, wie Heckenstreifen, Blühflächen, unversiegelte Feldwege, extensives Ackerland oder Streuobstflächen, angewiesen. Doch wegen der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft findet er kaum noch geeignete Brutgebiete vor", sagt die LBV-Ortolan-Expertin Dagmar Kobbeloer. Der Ortolan kommt in Bayern mit insgesamt etwa 100 Brutpaaren nur noch in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen, Würzburg und Neustadt an der Aisch vor.

Die Wiesenweihe: eleganter Flugkünstler
Auch die Wiesenweihe ist nun auf Partnersuche, um demnächst mit der Brut zu beginnen. "Die Balzflüge der Männchen sind wahre Show-Einlagen! Aus großer Höhe lassen sich die Männchen taumelnd Richtung Boden fallen und fangen sich erst im letzten Moment, um direkt wieder aufzusteigen", sagt Christoph Saile. Mit nur rund 300 Gramm Körpergewicht und einer Flügelspannweite von bis zu 116 Zentimetern ist die Wiesenweihe sehr wendig und zählt zu den elegantesten Greifvögeln überhaupt. In den 1990er Jahren stand sie in Bayern schon einmal kurz vor dem Aussterben. Durch die landwirtschaftliche Intensivierung verschwand zunehmend ihr Lebensraum in feuchten Wiesen und Flachmooren. Doch die Wiesenweihe schaffte es, sich ein neues Brutgebiet in Getreidefeldern zu erschließen. Seit über 20 Jahren suchen ehrenamtliche Artenschützer*innen die Neststandorte im Feld auf, sodass die Landwirte bei der Ernte Restflächen um die Nester aussparen können und die noch flugunfähigen Jungvögel geschützt sind.

Weitere Informationen sowie ein kostenloses Faltblatt mit Tipps für den Spaziergang mit Hund: www.lbv.de/hunde

Der Vogel des Jahres 2022: Der Wiedehopf

Federschopf und langer Schnabel Der Wiedehopf ist in Bayern nur mit wenigen Brutpaaren vertreten. In seinem riesigen Verbreitungsgebiet von Spanien bis Ostasien bevorzugt er eher wärmere Gefilde, z. B. rund um das Mittelmeer. Die nördliche Verbreitungsgrenze der Art liegt in Mitteleuropa. In Wärmephasen der vergangenen Jahrhunderte waren Wiedehopfe bei uns zeitweise durchaus häufig. Mit der aktuell fortschreitenden Klimaerwärmung könnten sich also wieder mehr Wiedehopfe bei uns als Brutvögel ansiedeln. Im Bayerischen Wald wäre dies z. B. im Bereich des Regentales bzw. der Cham-Further Senke denkbar. Allerdings müssten dazu auch die Lebensräume geeignet sein. Genau darin liegt das Problem, denn die auffallenden Vögel brauchen abwechslungsreiche, offene Landschaften mit stellenweise schütterer Pflanzendecke. So etwas gibt es in unseren intensiv genutzten, nährstoffreichen Agrarflächen kaum mehr. Ebenso ist die Zahl von Großinsekten, der Hauptnahrung des Wiedehopfes, stark zurückgegangen. Ein solches Insekt ist die Maulwurfsgrille. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Art in Flussniederungen weit verbreitet, heutzutage ist sie selten und wird als gefährdet eingestuft.

Das markante Äußere des Wiedehopfes ist von seinem langen Schnabel und dem Federschopf geprägt, den er bei Erregung auffächern kann. Besonders im Flug kommt die schwarz-weiße Flügelzeichnung zur Geltung. Erstaunlich sind die oft nur in geringer Höhe befindlichen Bruthöhlen. Spechthöhlen, Astlöcher, aber auch Felshöhlen, und sogar Erdhöhlen werden bezogen. Man fragt sich, wie die Bruten überleben, erscheinen sie doch für Marder und andere Beutegreifer als leichte Beute. Wehrlos sind die WiedehopfFamilien aber nicht: Als Abwehrreaktion fauchen die Nestlinge und spritzen dem Angreifer Kot und ein übel riechendes Sekret aus der Bürzeldrüse entgegen. Um Wiedehopfe zu sehen, stehen die Chancen während des Zugs in die Brutgebiete im April am besten. In dieser Zeit kann man bei uns durchaus einzelne Tiere sehen, gelegentlich sogar in Siedlungen. Bislang entscheiden sich aber nur die wenigsten dieser Durchzügler dazu, bei uns zu brüten. Markant ist der typische, weit hörbare Ruf „upupup“. Lautmalerisch leitet sich davon auch der lateinische Name ab: Upupa epops. Die letzte Brut im Landkreis fand nach Informationen von Herbert Klein 1990 statt. Schmetterling, Lurch, Orchidee, Baum, Einzeller des Jahres und weitere Arten und die Natur des Jahres 2022 siehe: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-undprojekte/natur-des-jahres/2022.html 

Rundschreiben der Kreisgruppe

Rundschreiben der Kreisgruppe mit Veranstaltungsprogramm 2022
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Weißstorchbestand im Landkreis weiterhin auf hohem Niveau

Neuansiedlung in Sugenheim
Neuansiedlung in Sugenheim

Während sich derzeit der Großteil unserer Landkreisstörche im Winterquartier befindet, haben es einige vorgezogen den Winter bei uns zu verbringen. Vor allem zwischen Diespeck  und  Gutenstetten kann man mitunter größere Trupps in den Aischwiesen antreffen. Dabei handelt es sich nicht nur um Brutstörche aus unserem Landkreis, sondern zu einem großen Teil aus Nachbarlandkreisen oder einer anderen Gegend. Das zurückliegende Storchenjahr selbst verlief trotz früher Ankunft und damit verbundenen frühen Brutbeginn insgesamt gut. Kalte Nächte und größere Niederschläge während der Brutzeit führten zu keinen größeren Ausfällen. Verluste gab es dennoch. In Schauerheim wurde im Frühjahr das langjährige Weibchen vom Pfarrhausnest tot im Garten aufgefunden. Auf der Deponie in Dettendorf, wo nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer Störche nach Futter suchen, führte schließlich ein über den Schnabel gestülpter Gummiring zum Tod eines Altstorches.  An zehn Standorten gingen die Jungen ein oder es schlüpften erst gar keine Jungen. In Ipsheim und Schauerheim stürzten neu gebaute Nester ohne Unterlage bei schweren Stürmen mit den Jungen ab. Bedauerlicherweise kamen auch die Jungvögel der Neuansiedlung auf dem Langenfelder Kirchturm ums Leben, nachdem es 2014 erstmals zu einer Brut mit Brutverlust auf der Unterlage des Feuerwehrturmes kam. Warum diese Unterlage von den Rotschnäbeln genauso verschmäht wird, wie die in Rappoldshofen, Gunzendorf, Traishöchstädt, Scheinfeld auf der Uehlfelder Mühle und an weiteren Orten, bleibt ein Storchengeheimnis. In Neuhof und Sugenheim dagegen gab es heuer erstmals Storchenglück. Das Neuhöfer Paar baute die Unterlage aus, welche im Herbst 2010 auf einem ehemaliges Lagerhaus errichtet wurde. Es brachte  zwei Junge zum Ausfliegen. In den Jahren zuvor kam es lediglich zu Kurzbesuchen von Einzelstörchen oder einem Paar. In Sugenheim wählten die Neusiedler, wie andernorts schon praktiziert,  ein Kirchturmeck als Nistplatz aus. Scheinbar hat sich diese Möglichkeit herumgesprochen, denn es gibt bei uns bereits mehrere Kirchtürme mit Storchennestern. Dass Neuhof  in früheren Jahren Storchendorf war, ist belegt, was allerdings schon lange zurückliegt. 1925 erwähnte Josef Gengler in einem Bericht zur „Vogelwelt Mittelfrankens“ u.a., dass 1874 der Storch in Neuhof verschwunden war, was heißt, dass er vorher dort gebrütet hat. Sugenheim selbst ist in alten Aufschreibungen nicht erwähnt, aber Krautostheim, Ehebachaufwärts. Hier heißt es, dass der Storch 1893 verschwunden war. Ob es danach zu Ansiedlungen oder Bruten kam, ist nicht bekannt.  Insgesamt gab es im Landkreis heuer über 100 Weißstorchenpaare mit über 250 ausfliegenden Jungen, was im Durchschnitt ein gutes Ergebnis ist. Viele Jungvögel überleben das erste Jahr nicht. Manche verunglücken kurze Zeit nach dem Ausfliegen, andere erwischt es auf dem Zug oder im Winterquartier. Ein Teil wird nach 2-4 zurückkommen um sich einen freiwerdenden oder neuen Brutplatz zu suchen. Das kann, muss aber nicht in unserer Gegend sein. Die Entwicklung zum derzeitigen Bestand hin ist kaum zu glauben, wenn man die Zeiten der dramatischen Bestandseinbrüche miterlebt  und vor Augen hat. Vor etwa 40 Jahren, also um 1981 gab es nur noch ein einziges Storchenpaar im Landkreis. In ganz Bayern waren es nur noch 58 Brutpaare. Es ist zwar derzeit unvorstellbar, aber keines Falls sicher, dass sich der Trend ändert. Die Deponien  in Spanien, Füllhorn, aber auch Gefahrenquelle für unsere Zugstörche, müssen nach EU-Recht geschlossen bzw. abgedeckt werden. Wie sich das auf die Weißstorchpopulation unserer Westzieher  auswirkt,  bleibt abzuwarten.

Erwin Taube, Weißstorchkoordinator des LBV im Landkreis

Neuansiedlungen in Diespeck auf und unter Mobilfunkmasten - Neuansiedlung in Neuhof - 2. Baumbrut im Landkreis
Fotos: Erwin Taube

Einer der kleinsten Vögel Europas:

Zaunkönig gefiel schon den Gebrüdern Grimm

 Der gefiederte Dreikäsehoch wird gerade einmal etwa 10 Zentimeter groß und gehört somit zu den kleinsten Vögeln in Europa. Einzig das Goldhähnchen, das beispielsweise am Nordhang der Frankenhöhe im Vogelsang anzutreffen ist, rangiert in der Rangliste der einheimischen Vogelminis noch vor dem quirligen Singvogel.

Obwohl keine Seltenheit in unseren Breitengraden, ist es gar nicht so einfach einen Zaunkönig, lateinisch Troglodytes troglodytes, zu entdecken. Das rotbraune Gefieder sorgt für eine nahezu perfekte Tarnung. Sein auffälligstes Merkmal ist jedoch der steil in die Höhe gerichtete Stummelschwanz. Meist hüpft der Zaunkönig durch das Unterholz – keine Überraschung, denn ihm werden mäßige Fliegereigenschaften attestiert. Sehr gerne hält er sich in Brombeerhecken auf.

Besonders aufregend ist für den Nistvogel offensichtlich die Brutzeit: Schon frühmorgens ab vier Uhr kann der laute königliche Gesang weithin vernommen werden und endet mit seinen vier bis fünf Sekunden langen Zaunkönig-Strophen erst am späten Abend. Im Verhältnis zu seiner Größe hat er die wohl lauteste Stimme in der Vogelwelt. Der alljährliche Kindersegen stellt sich zunächst bis zu zweimal in Form von bis zu acht klitzekleinen Eiern ein, ehe nach gut zwei Wochen Brutgeschäft des Weibchens die Jungen schlüpfen. Der Nachwuchs fühlt sich offensichtlich im Familienverband sehr wohl, denn er kehrt noch längere Zeit ins Elternhaus zurück. Auf dem Speiseplan stehen bevorzugt Spinnen, Weberknechte, Motten oder Fliegen. Typisch für den Insektenfresser ist somit sein leicht gebogener spitzer Schnabel. Dank seiner Krallen kann der Zaunkönig senkrecht einen Baumstamm hinauflaufen, für den Rückweg muss er allerdings den Luftweg wählen.

Der Winzling, der im Volksmund auch gerne Zaunschlüpfer, Mäusekönig oder Backöfelchen genannt wird, spielte in früheren Zeiten sogar eine besondere Rolle: So tauchte er in alten Fabeln auf, wo im Schlauheit und List zugeschrieben wurden. Zudem schaffte der kleine Vogel es sogar in die Märchen der Gebrüder Grimm oder in Werke von William Shakespeare. Im echten Leben sind weltweit bis zu achtzig Vertreter des Zaunkönigs verzeichnet. In Deutschland ist der Bestand nicht gefährdet - der sympathische Vogel wird unabhängig hiervon als streng geschützt eingestuft.

Foto Simon Schuster: An seiner typischen Schwanzhaltung ist der Zaunkönig gut zu erkennen. Hier präsentiert sich der kleine aber unüberhörbare Singvogel dem Fotografen auf einem Holzstoß am Burgbernheimer Himmelfahrtsberg.

 

Text: Stefan Schuster

Fotos: Simon Schuster

Über uns

Wir vertreten die Naturschutzinteressen, vor allem ganz praktisch mit konkreten Projekten vor Ort aber auch in der Politik sind wir präsent. Unsere ehrenamtlich Aktiven setzen sich in verschiedensten Bereichen für den Erhalt wertvoller Lebensräume und den Schutz bedrohter Arten ein. 
Es finden regelmäßig Führungen und Vorträge von Experten statt.
 Auch betreiben wir Biotoppflege und kaufen Flächen auf um diese für die Natur zu sichern und versuchen im Landkreis eine bunte Artenvielfalt zu erhalten.

Unser Landkreis

Röhriger Wasserfenchel (Oenanthe fistulosa) (c) Heinrich Beigel
Röhriger Wasserfenchel (Oenanthe fistulosa) (c) Heinrich Beigel

In der Landschaft unseres Landkreises gibt es artenreiche Wiesen und Halbtrockenrasen, Kalkmagerrasen, unterbrochen von Hecken, Streuobstbeständen und Weinbergslagen.

 

- Die vielen trockenen, wärmeliebenden Standorte bieten vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum

 

- Zu dem kommen die Kalkmagerrasen-Lebensräume bei uns recht häufig vor. Typisch für Magerrasen sind z.B. zahlreiche Orchideenarten und eine sehr artenreiche Insektenfauna. Die jedoch mittlerweile sehr selten geworden sind. Deshalb ist es wichtig diese wertvollen Lebensräume zu erhalten.

 

- Das Grünland im westlichen Landkreis ist für die Nahrungssuche vieler Vogelarten z.B. dem Storch und dem Kiebitz enorm wichtig. Typische Pflanzen sind die Herbst-Zeitlose, die Kuckucks-Lichtnelke oder das Wiesenschaumkraut.

Auf feuchteren und nassen Standorten findet man auch die Sumpfdotterblume und Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut und die Sumpf-Stendelwurz. Eine Rarität, die in Gräben im Aischgrund wächst, ist der Röhrige Wasserfenchel.       

                                                                                                                            Der Steigerwald, der Naturpark Frankenhöhe, und viele weitere kleine Paradiese...                                                                                                                               Das alles gilt es zu schützen! 

 

                                                                                                                           

Aktuelle News aus dem Naturschutz

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Info-Hotline: Das LBV-Naturtelefon (Mo, 28 Jun 2021)
Blumenwiese (Thomas Staab) Blumenwiese (Thomas Staab) Sie haben Fragen rund um die Natur in und außerhalb Ihres Gartens? Unser LBV-Naturtelefon steht Ihnen Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung unter 0 91 74 / 47 75 - 5000
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