Hochsommer: Blüten und ihre Gäste

Diese häufigen Wildpflanzen wachsen sicher auch vor Ihrer Haustür - halten Sie einmal Ausschau!

 

Text und Fotos: Margareta Loscher

Gewöhnliche Wegwarte ( Cichorium intybus)
Gewöhnliche Wegwarte ( Cichorium intybus)
Rainfarn ( Tanacetum vulgare)
Rainfarn ( Tanacetum vulgare)
Wilder Majoran, Dost ( Origanum vulgare)
Wilder Majoran, Dost ( Origanum vulgare)
Saat Luzerne ( Medicago sativa)
Saat Luzerne ( Medicago sativa)

Gewöhnlicher Wasserdost ( Eupatorium cannabinum)
Gewöhnlicher Wasserdost ( Eupatorium cannabinum)
Gewöhnliche Möhre ( Daucus carota)
Gewöhnliche Möhre ( Daucus carota)
Kohl- Kratzdistel ( Cirsium oleraceum)
Kohl- Kratzdistel ( Cirsium oleraceum)
Wiesen- Flockenblume ( Centaurea jacea)
Wiesen- Flockenblume ( Centaurea jacea)

Unscheinbar am Wegesrand

Das Behaarte  Schaumkraut, Fotos: Margareta Loscher
Das Behaarte Schaumkraut, Fotos: Margareta Loscher

Das Behaarte Schaumkraut  auch als  Gartenschaumkraut,  bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter, in der Familie der Kreuzblütler.

Es wächst auf Äckern, in Gärten, Weinbergen, Gebüschen, an Ruderalstellen, auf kalkarmen und nährstoffreichen, etwas sauren und sandigen Böden. Die ehemals seltene Art wurde wahrscheinlich über Baumschulen und Gärtnereien eingeschleppt und hat sich in wintermilden Lagen in Deutschland explosionsartig ausgebreitet. Inzwischen ist sie in ganz Europa verbreitet.

 Das Behaarte Schaumkraut, mit einer Wuchshöhe von 7 bis 30 cm, ist eine einjährige, schlanke, zierliche Art mit deutlicher Grundblattrosette.  Die Grundblätter haben 2-4 Seitenfiedern, das Endblättchen ist rundlich, größer als die Seitenblättchen. Die Unterseite der Blätter sowie die Blattspindel sind erwas behaart (daher der Name). Der unten meist kahle, oder zerstreut behaarte Stängel hat 2-4 gefiederte Stängelblätter. Die ganze Pflanze ist oft violett überlaufen.

 Die relativ kleinen Blüten, erscheinen von März bis Juni, und stehen gehäuft am Ende eines traubenförmigen Blütenstands. Sie sind weiß und haben vier Blütenblätter.

 Die Blüten werden von den jungen Früchten deutlich überragt. Die Schoten stehen wenig ab und sind zumeist fast aufrecht parallel zum Stängel orientiert. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Selbstbestäubung.

In der reifen Frucht entstehen Spannungen, sodass die beiden Schotenklappen sich von selbst oder durch Berührung ruckartig öffnen. Die Samen werden dabei über einen Meter weit weggeschleudert.

Das Behaarte Schaumkraut enthält Senfölglykoside, Mineral- und Bitterstoffe, Vitamin C.  Die Blätter und Blüten finden als Salat beziehungsweise als Salatgewürz,  mit leicht pfeffrigem Geschmack, Verwendung.

Ein früher Frühblüher der gerne übersehen wird, ist das Frühlings-Hungerblümchen (Draba verna). Fällt jedoch meistens trotzdem auf, weil es früh blühend auf mageren Böden oftmals dichte Teppiche bildet. Es ist eine der häufigsten Kreuzblütengewächse Mitteleuropas. Die Pflanze ist einjährig, 5 bis 15 cm groß, mit aufrechtem, unverzweigtem Stengel. Die Blüten erscheinen schon ab Ende Vorfrühling, meist März bis April, und bestäuben sich meist selbst. Der Insektenbesuch ist spärlich, Wildbienen kommen als Bestäuber vor. Die weißen Blüten stehen in lockeren Trauben an einem blattlosen Blütenstiel, der aus der Blatt-Rosette herauswächst. Die 4 Blütenblätter sind tief, fast bis zum Blütenboden geschlitzt. Die Schötchen sind breit elliptisch bis rund, kahl mit etwa 5-35 Samen.

 

Draba verna ist an Wegrändern, in Magerwiesen oder Kiesgruben und auf Äckern zu finden, es mag sandige und mineralische Böden in sonniger Lage und kommt mit wenig Nährstoffen zurecht, daher auch der Name,Hungerblümchen.

 

Das Frühlings-Hungerblümchen ist keine Heilpflanze und ist nicht giftig.

Die Vogelmiere auch Vogel-Sternmiere oder Hühnerdarm  genannt, ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse und bildet oft große bodendeckende Bestände.

 

Die Gewöhnliche Vogelmiere hat  niederliegende bis aufsteigende 3 bis 40 cm lange, rundliche, einreihig behaarte Stängel.

 

Die Haarlinie am Stängel, ein charakteristisches Erkennungsmerkmal, unterstützt die Pflanze bei der Wasserversorgung. Tautropfen laufen entlang dieser Linie zum nächstgelegenen Blattpaar, wo bei Bedarf etwas Wasser aufgenommen wird. Das Restwasser wird über die Haarlinie nach unten weitergeleitet.

 

Die Laubblätter sind gegenständig, eiförmig, spitz und fiedernervig. Sie führen Schlafbewegungen aus und zeigen eine Tag-/Nachtstellung. Sie entfalten sich bei trockenem Wetter gegen neun Uhr morgens und blühen bis zum Abend. Bei feuchtem Wetter bleiben die Blüten geschlossen.

 

Die Blüten, Januar bis Dezember, sitzen in den Blattachseln, sind weiß, 4-7mm groß, Kronblätter tief 2-spaltig. Blüten mit 3 Griffel und 3-5 Staubblätter, Kelch behaart.

 

Nektar wird am Grund der Staubblätter abgesondert, nur bei sonnigem Wetter. Der Insektenbesuch ist spärlich. Als Bestäuber findet man Hautflügler, Zweiflügler und Fransenflügler. Meist findet Selbstbestäubung statt. Der Samen ist gelblich braun. Eine Pflanze kann bis zu 15000 dieser kleinen Kapseln pro Jahr bilden, in bis zu 4 Generationen. Selbst im Winter können neue Pflanzen aus den gekeimten Samen entstehen.

 

Die Vogelmiere gilt als ,, Unkraut", obwohl sie mit ihrem flächigen Wuchs den Boden feucht hält und ihn das ganze Jahr über vor Erosion schützt. Das ganze Kraut und besonders die Samen, werden gerne von Vögeln gefressen.

 

Sie ist weltweit verbreitet, wächst auf Unkrautfluren, auf Äckern, in Gärten, Weinbergen, an Wegen, bevorzugt feuchte nährstoffreiche Böden, auch im Schatten.

 

Die Blätter, Triebe und Blüten können von März bis Oktober als Genuss und Nahrungsmittel verwendet werden. Sie bieten sich in erster Linie als Wildgemüse an, zu Spinat, Kräuterquark, Suppen, Salate, Gemüsegerichte und besonders als mildernde Beigabe zu anderen kräftigeren Gemüsen. Der Geschmack erinnert an jungen rohen Mais.

 

Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure bekannt.

 

Dank dieser Inhaltssoffe gibt sie neue Lebenskraft, z.B. bei Frühjahrsmüdigkeit. Sie wirkt harntreibend und regt den Stoffwechsel an, sodass man sie auch bei Schlankheitkuren und gegen Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma und Gicht essen kann.