Margareta Loscher auf der Delegiertenversammlung des LBV mit Engagementpreis ausgezeichnet

Foto: Tobias Tschapka, von links nach rechts: Dr. Norbert Schäffer, Anke Brüchert, Margareta Loscher, Hartwig Brönner
Foto: Tobias Tschapka, von links nach rechts: Dr. Norbert Schäffer, Anke Brüchert, Margareta Loscher, Hartwig Brönner

Margareta Loscher erhielt den Engagementpreis für ihr unermüdliches Engagement in der LBV-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. 

Ob bei der Organisation von Veranstaltungen und Sitzungen, der Durchführung von Biotoppflegeeinsätzen oder als Ansprechpartnerin nach innen und außen – Margareta Loscher ist mit Herz und Hand am Werk.

Mit ihrem Charme gelingt es ihr, Aktive und Mitglieder vor Ort zusammenzubringen und neue Leute zum Mitmachen zu bewegen. Ob an Infoständen, in der von ihr geschaffenen WhatsApp-Gruppe oder bei Exkursionen, die stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe begeistert ihre Mitmenschen für den LBV.  

Ihr gelingt es auch hervorragend, die Kreisgruppe über Landkreis- und Bezirksgrenzen hinweg zu vernetzen und sich mit anderen LBV-Aktiven auszutauschen.

Bayerischer Biodiversitätspreis 2022: "Tiere der Nacht – Nachtleben in der Natur"

Der Bayerische Biodiversitätspreis 2022 wurde am 27. Juli 2022 durch Staatsminister Thorsten Glauber im Schloss Thurn in Heroldsbach verliehen.

 

Was wurde prämiert?

Unter dem Motto „Tiere der Nacht – Nachtleben in der Natur“ lobte der Bayerische Naturschutzfonds den Bayerische Biodiversitätspreis 2022 aus. Mit dem Preis soll das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt und der Lebensräume gestärkt und das Engagement für dieses Anliegen anerkannt werden.

 

Gruppenbild Preisträger des Projekts Uhuschutz im Frankenjura mit Umweltminister Glauber
Gruppenbild Preisträger des Projekts Uhuschutz im Frankenjura mit Umweltminister Glauber

Folgende Institutionen und Personen wurden geehrt:

1. Preis bzw. Hauptpreis (5.000 Euro) und Skulptur: Ehrenamtliche LBV-Uhu-Revier / Horstbetreuer: Herbert Klein, Erwin Taube, Georg Schrafl, Dieter David

 

Projekt: „Regierungsbezirk übergreifender Uhuschutz im Frankenjura“

Mit dem Biodiversitäts-Hauptpreis werden vier herausragende Uhuschützer ausgezeichnet: Dieter David, Herbert Klein, Georg Schrafl und Erwin Taube.

Alle vier engagieren sich in herausragender Weise ehrenamtlich und unentgeltlich seit Jahren bzw. Jahrzenten für den Schutz des Uhus (außerhalb der Kernflächen des bestehenden Artenhilfsprogramms Felsbrüter) und koordinieren lokale Monitoring- und Schutzmaßnahmen für den Uhu. Ziel der ehrenamtlich aktiven Uhuschützer ist es, Daten zur Revierbesetzung, dem Brutgeschehen, -verlauf und –erfolg in den Revieren der jeweiligen Landkreise als Grundlage für etwaige lokale Schutzmaßnahmen zu erfassen, ebensolche Schutzmaßnahmen anzustoßen, zu begleiten und zu kontrollieren, um die Bestände des Uhus in den jeweiligen Landkreisen zu sichern oder Neuansiedlungen zu unterstützen

Über die gesamte Brutsaison hinweg verbringen die vier Ehrenamtlichen unzählige Stunden –während der Abend- und Nachtstunden- im Gelände mit dem Monitoring der Art. Daran schließen sich Revierbegehungen und Horstkontrollen an, die zur Schaffung einer Datengrundlage dienen.

Die vier Ehrenamtlichen stehen stellvertretend für die ehrenamtlich Aktiven im

Uhuschutz. Alle vier engagieren sich ehrenamtlich in herausragender Weise z. T. bereits seit Jahrzehnten für den Schutz des Uhus. Der außerordentliche Einsatz von 4 Einzelpersonen hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Uhu (vormals Rote Liste 1 vom Aussterben bedroht) von der Roten Liste genommen werden konnte.

Stellvertretend für die vielen ehrenamtlich Aktiven im Uhuschutz wurden die vier herausragenden Uhuschützer aus dem Frankenjura mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis 2022 und einer Skulptur ausgezeichnet.

 

Wir gratulieren Herbert Klein und Erwin Taube aus unserer Kreisgruppe für ihr Engagement!

 

Weitere Infos unter:

https://www.naturschutzfonds.bayern.de/biodiversitaetspreis/biodivpreis_2022.htm

2021: Weißstorchbestand im Landkreis weiterhin auf hohem Niveau

Neuansiedelung in Sugenheim
Neuansiedelung in Sugenheim

Während sich derzeit der Großteil unserer Landkreisstörche im Winterquartier befindet, haben es einige vorgezogen den Winter bei uns zu verbringen. Vor allem zwischen Diespeck  und  Gutenstetten kann man mitunter größere Trupps in den Aischwiesen antreffen. Dabei handelt es sich nicht nur um Brutstörche aus unserem Landkreis, sondern zu einem großen Teil aus Nachbarlandkreisen oder einer anderen Gegend. Das zurückliegende Storchenjahr selbst verlief trotz früher Ankunft und damit verbundenen frühen Brutbeginn insgesamt gut. Kalte Nächte und größere Niederschläge während der Brutzeit führten zu keinen größeren Ausfällen. Verluste gab es dennoch. In Schauerheim wurde im Frühjahr das langjährige Weibchen vom Pfarrhausnest tot im Garten aufgefunden. Auf der Deponie in Dettendorf, wo nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer Störche nach Futter suchen, führte schließlich ein über den Schnabel gestülpter Gummiring zum Tod eines Altstorches.  An zehn Standorten gingen die Jungen ein oder es schlüpften erst gar keine Jungen. In Ipsheim und Schauerheim stürzten neu gebaute Nester ohne Unterlage bei schweren Stürmen mit den Jungen ab. Bedauerlicherweise kamen auch die Jungvögel der Neuansiedlung auf dem Langenfelder Kirchturm ums Leben, nachdem es 2014 erstmals zu einer Brut mit Brutverlust auf der Unterlage des Feuerwehrturmes kam. Warum diese Unterlage von den Rotschnäbeln genauso verschmäht wird, wie die in Rappoldshofen, Gunzendorf, Traishöchstädt, Scheinfeld auf der Uehlfelder Mühle und an weiteren Orten, bleibt ein Storchengeheimnis. In Neuhof und Sugenheim dagegen gab es heuer erstmals Storchenglück. Das Neuhöfer Paar baute die Unterlage aus, welche im Herbst 2010 auf einem ehemaliges Lagerhaus errichtet wurde. Es brachte  zwei Junge zum Ausfliegen. In den Jahren zuvor kam es lediglich zu Kurzbesuchen von Einzelstörchen oder einem Paar. In Sugenheim wählten die Neusiedler, wie andernorts schon praktiziert,  ein Kirchturmeck als Nistplatz aus. Scheinbar hat sich diese Möglichkeit herumgesprochen, denn es gibt bei uns bereits mehrere Kirchtürme mit Storchennestern. Dass Neuhof  in früheren Jahren Storchendorf war, ist belegt, was allerdings schon lange zurückliegt. 1925 erwähnte Josef Gengler in einem Bericht zur „Vogelwelt Mittelfrankens“ u.a., dass 1874 der Storch in Neuhof verschwunden war, was heißt, dass er vorher dort gebrütet hat. Sugenheim selbst ist in alten Aufschreibungen nicht erwähnt, aber Krautostheim, Ehebachaufwärts. Hier heißt es, dass der Storch 1893 verschwunden war. Ob es danach zu Ansiedlungen oder Bruten kam, ist nicht bekannt.  Insgesamt gab es im Landkreis heuer über 100 Weißstorchenpaare mit über 250 ausfliegenden Jungen, was im Durchschnitt ein gutes Ergebnis ist. Viele Jungvögel überleben das erste Jahr nicht. Manche verunglücken kurze Zeit nach dem Ausfliegen, andere erwischt es auf dem Zug oder im Winterquartier. Ein Teil wird nach 2-4 zurückkommen um sich einen freiwerdenden oder neuen Brutplatz zu suchen. Das kann, muss aber nicht in unserer Gegend sein. Die Entwicklung zum derzeitigen Bestand hin ist kaum zu glauben, wenn man die Zeiten der dramatischen Bestandseinbrüche miterlebt  und vor Augen hat. Vor etwa 40 Jahren, also um 1981 gab es nur noch ein einziges Storchenpaar im Landkreis. In ganz Bayern waren es nur noch 58 Brutpaare. Es ist zwar derzeit unvorstellbar, aber keines Falls sicher, dass sich der Trend ändert. Die Deponien  in Spanien, Füllhorn, aber auch Gefahrenquelle für unsere Zugstörche, müssen nach EU-Recht geschlossen bzw. abgedeckt werden. Wie sich das auf die Weißstorchpopulation unserer Westzieher  auswirkt,  bleibt abzuwarten.

Erwin Taube, Weißstorchkoordinator des LBV im Landkreis

Neuansiedlungen in Diespeck auf und unter Mobilfunkmasten - Neuansiedlung in Neuhof - 2. Baumbrut im Landkreis
Fotos: Erwin Taube

Giftnachweis im Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim

LBV stellt Strafanzeige gegen Fälle von Naturschutzkriminalität

Im Frühjahr diesen Jahres hatten Spaziergänger innerhalb weniger Wochen vier tote Greifvögel im Raum Schauerheim, Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim, gefunden und dem LBV gemeldet. Aus

verschiedenen Gründen konnte keiner dieser Vögel toxikologisch untersucht werden. Im Juni verendete eine Katze in Schauerheim qualvoll und ein verdächtig aussehendes, geöffnetes Ei wurde auf einem Feldweg entdeckt. Der LBV hatte daraufhin beide Funde auf eigene Initiative zur

toxikologischen Untersuchung an ein Speziallabor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München geschickt. Nun traf die Bestätigung ein: Beide Proben waren mit Carbofuran, einem starken Kontaktgift, belastet.

 

Da die aktuellen Funde mit denen vom Frühjahr diesen Jahres in unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu bringen sind, geht der LBV auch von einem inhaltlichen Zusammenhang aus. Deswegen hat der LBV rückwirkend Strafanzeige über die Untere Naturschutzbehörde am

Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gegen Unbekannt wegen einer artenschutzrelevanten Straftat gestellt. Der LBV bittet die Bevölkerung im Raum Schauerheim aufmerksam zu sein und bei verdächtigen Funden von toten Tieren oder möglichen Ködern, wie auffällig gefärbten Fleischresten oder Hühnereiern, unverzüglich die Polizei unter der Rufnummer 110 und den LBV zu informieren.

 

Carbofuran ist ein hoch wirksames Insektizid, das 2008 in der EU verboten wurde, jedoch noch immer online oder in anderen Ländern erhältlich bzw. noch in vielen Kellern gelagert ist. Für Mensch und Tier wirkt es als hochgefährliches Kontaktgift. Die Folgen bei Berührung oder

Aufnahme kann akutes Herz-Kreislauf-Versagen sein. Carbofuran wirkt sehr schnell: Aasfresser liegen meist in der Nähe des Köders, oft noch mit Nahrungsresten oder Insekten am Schnabel oder im Maul. Auffällig sind oft tote Maden und Fliegen am Köder oder dem Kadaver.

 

Weitere Informationen zum Thema „Naturschutzkriminalität“ und eine Checkliste zum richtigen Verhalten bei einem Totfund mit Verdacht auf illegale Tötung können auf der Seite www.tatort-natur.de heruntergeladen werden. Dort können auch Fälle oder Verdachtsfälle von Naturschutzkriminalität gemeldet werden.


Januar 2020: Imposantes Bild: Großer Storchentrupp rastet in Neustadt (aus nn-online)

sorgt abends für ein imposantes Bild - Kirche bietet sicheres Nachtquartier -

Das hat die evangelische Stadtkirche in Neustadt in ihrer 550-jährigen Geschichte noch nicht erlebt: Sie ist mit umliegenden Gebäuden das Nachquartier eines großen Trupps „Winterstörche“. © Harald Munzinger
Das hat die evangelische Stadtkirche in Neustadt in ihrer 550-jährigen Geschichte noch nicht erlebt: Sie ist mit umliegenden Gebäuden das Nachquartier eines großen Trupps „Winterstörche“. © Harald Munzinger

NEUSTADT/AISCH - Für ein vielbeachtetes Phänomen sorgen derzeit bis zu 33 Störche, die auf dem First der evangelischen Stadtkirche in Neustadt sowie auch auf benachbarten Dächern allabendlich ihr Nachtquartier beziehen.

Da die ersten Zugstörche erst in etwa einem Monat zurückkehren werden, sind es nach Feststellung des Storchenexperten Erwin Taube allesamt Überwinterer.  Über die Ringnummer versucht er, sie zu identifizieren, das heißt ihre Herkunft auszumachen. 

 

Weit über die Hälfte der prächtigen Weißstörche, die sich auf dem Kirchendach, auf dem Kärnter oder auf dem einstigen Progymnasium, gelegentlich auch auf dem Rathaus niederlassen, sei unberingt, stellte Taube fest. Bei einigen waren Ringe wegen Verschmutzung nicht ablesbar, bei anderen wegen ihres ungünstigen Standortes beispielsweise an allen vier Kirchturmecken. Der Storchenbeobachter des Landesbundes für Vogelschutz geht davon aus, dass auch überwinternde Brutstörche aus dem Landkreis unter den „Kirchenbesetzern“ sind, wobei diese sich mit nur etwa 12 Tieren - bei 82 Paaren im letzten Jahr – „bei uns in Grenzen halten“.

 

Ausmachen konnte Erwin Taube einige Störche, die als „Nestlinge“ im Landkreis beringt worden waren, darunter je einer aus einem Nest in Uehlfeld beziehungsweise Bad Windsheim („Jahrgang“ 2018). Ein weiterer war 2016 in Uehlfeld beringt worden, einer Brutstorch in Öttingen, der im Oktober 2018 in Spanien erfasst worden war und nun hier überwintert. Nach Taubes Feststellungen stammt einer der Störche aus einer 2018-er Brut in Schopfloch. Einer sei 2002 in Rheinhessen beringt worden und damit schon relativ alt. Bemerkenswert findet er, „dass das überwinternde Schauerheimer Paar auf dem eigenen Nest übernachtet, während das überwinternde Ipsheimer Paar - eines von elf - seit Wochen auswärts schläft“.

Nähe zur Futterquelle Deponie Dass die Übernachtungsgäste die Neustädter Altstadt als Quartier wählten, dürfte nach Einschätzung des Experten mit der nahen Futterquelle Deponie Dettendorf zusammenhängen. Auf der sind die Störche, die zum Schutz vor Prädatoren - wie etwa dem Fuchs – auf hohen Gebäuden übernachten, tagsüber truppweise anzutreffen, oft auch in größerer Zahl in den Aischwiesen zu sehen. 

 

Eine Fütterung sei nicht notwendig, erklärte Erwin Taube gegenüber NN-Online, das die Störche neben dem auf der Deponie „gedeckten Tisch“ derzeit auch auf Wiesen sowie in Gräben und Bächen „was zu futtern finden“. Auch bei starkem Frost brauche man keine  Angst um die Störche haben: „Sie halten das aus und selbst bei Schnee und Nahrungsmangel kommen sie 10 bis 14 ohne Futter“. Zudem könnten sie bei einem „Zwischenzug“ in eine schneefreie Gegend ausweichen. „Bei so einer Truppgröße bietet sich das Neustädter Kirchendach nebst Nebengebäuden an“, erklärt Erwin Taube das imposante Bild der aufgereihten Störche, die vor der Dämmerung anfliegen und Neustadt ein geburtenreiches 2020 verheißen könnten, der Kirchengemeinde vielleicht den gewünschten Zuwachs. In kleineren Gruppen hätten in diesem Winter auch schon Störche auf der Diespecker Kirche und in Schauerheim übernachtet. In Ipsheim seien bis jetzt noch keine aufgetaucht, „da es vielleicht etwas zu weit zu den ‚Futtertöpfen‘ nach Dettendorf ist“.