Stieglitzprojekt

Lebensraum Wildblumenwiese

Mehr Blühende Flächen für den Stieglitz und co

 Dr. Eberhard Pfeuffer_LBV Bildarchiv
Dr. Eberhard Pfeuffer_LBV Bildarchiv

Das Stieglitzprojekt richtet sich an:

Vögel wie z.B den Stieglitz.

Für ihn und viele andere Vogelarten sind die Samenbestände der Wildblumen überlebenswichtig. Aber auch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Blütenbestäuber finden durch mehr blühende Flächen ein besseres Nahrungsangebot.

 

Warum dieses Projekt?

Leider finden sich heutzutage nur noch wenige wilde Wiesen oder Ecken.

Insbesondere nach der Obstblüte leiden unsere Blütenbestäuber unter extremen Nahrungsmangel. 80% weniger Insekten gibt es seit 1984 und das Angebot an Samen und Insekten für Vögel wird immer geringer.

Auch die Aufzucht der Jungen wird durch Insektenmangel erschwert und die Vögel finden im Winter immer weniger Samen.

Dadurch schwindet der Artenreichtum drastisch.

 

Zum Beispiel der Stieglitz:

Der Stieglitz ist auf Samen spezialisiert. Er findet nicht mehr genügend Samenbestände, da unsere Landschaft durch uns Menschen immer steriler wird und blühende Flächen weitestgehend fehlen.

Andere Vogelarten, die auf Insekten spezialisiert sind, leiden ebenso unter dem rasanten Insektenschwund.

Mit der Förderung von Blumenwiesen und artenreichen Magerwiesen wird den Vögeln nicht nur mit Samen sondern zusätzlich mit Insekten in Form von Nahrung geholfen.

 

Daher sollte in Städten und Gemeinden, auf Firmengeländen und in Privatgärten/ Blumenkästen ein kleines wildes Eck entstehen.

Diese Flächen werden bewusst nur 1 mal im Jahr gemäht und das Mähgut abtransportiert (ausgenommen sind die Blumenkästen). Die Folgen sind mehr Artenvielfalt, da sich unsere heimischen Pflanzen, die nährstoffarme Böden bevorzugen, besser entwickeln können.

Auch kleine Flächen mit einer regionalen Wildblumenmischung helfen viel!

 

 

Um unsere Natur für weitere Generationen zu erhalten, müssen wir etwas tun und nicht tatenlos zusehen wie unsere schöne Vielfalt verschwindet.

Einige Gemeinden und Städte gehen bereits mit gutem Beispiel voran und verwandeln ungenutzte Flächen zu Blühflächen.

Schild für  Blühfläche
Schild für Blühfläche

Empfehlung zur Pflege der Flächen:

Für Flächenbesitzer:

- Mahd nur einmal jährlich (Sehr schnellwüchsige Flächen können ausnahmsweise 2 mal jährlich gemäht werden)

- Mähgut abräumen - Zweck: Durch Entfernung des Mähgutes wird der Standort nährstoffärmer. Dadurch werden konkurrenzschwache Pflanzen  b        gefördert. Als Folge nehmen Artenvielfalt und Blütenpracht zu und damit wird aktiv dem Stieglitz und co. geholfen.

- Mahd erst im Zeitigen Frühjahr (Ende Februar -  Mitte März) - Grund: Stieglitze und andere Vogelarten verhungern vorrangig im Winter. Daher sind      sie  in dieser Zeit besonders auf Samenbestände als Nahrung angewiesen.Zudem bekommen vorjährige Blütenpflanzen so genügend Zeit zum              aussamen.

- Im Idealfall wird die Wiese in 2 Etappen im Abstand von mehreren Tagen gemäht.

  Grund: Viele Wildtiere suchen ihnen bekannte Nahrungsquellen (Stieglitzprojektflächen) wiederholt auf. 

  Wird die Nahrung durch Mahd nicht auf einmal, sondern schrittweise entfernt, haben die Stieglitze und andere Vogelarten die Chance , neue                  Nahrungsquellen zu erschließen.

Für Privatleute mit kleinen Flächen:

Falls Sie keine großen Flächen besitzen aber einen kleinen Garten/ Balkon oder Blumenkästen zur Verfügung haben, können Sie helfen, indem Sie eine Wildblumenmischung mit heimischen Sorten in Töpfe oder an eine Stelle im Garten aussäen. Diese sollten nach der Samenreife über den Winter stehen gelassen werden, um damit den Vögeln aktiv mit neuen Nahrungsquellen zu helfen.

 

Sie können auch schon vorgezogene Plfanzen bei jedem gut ausgestatteten Gärtner kaufen und leisten so einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz vor Ihrer Haustür. Ihre Blumentöpfe/-Kästen erscheinen so sofort farbenfroh und blütenreich und die Nützlinge im Garten haben sofort wichtige Nahrung zur Verfügung.

 

Denn z.B. Pflanzen mit gefüllten Blüten sehen zwar schön aus, bringen unseren Bestäubern leider gar nichts, da sie nicht bis an die Pollenstände gelangen können.

 

Um das kommende Verschwinden von Insekten und Wildvögeln einzudämmen, ist jeder im Kleinen gefragt seinen Beitrag zu leisten. NOCH IST ES NICHT ZU SPÄT! Gemeinsam, für eine artenreiche und bunte Natur.

 

Helfen Sie mit!

 

Lassen wir es blühen!!