Vogelschutz

Störche in Gerhardshofen

Dass es sich in Gerhardshofen gut leben lässt, hat sich wohl mittlerweile auch bei den Weißstörchen rumgesprochen. Um unser traditionelles Nest auf dem Pfarrhausschlot hat sich eine kleine Kolonie aufgebaut. Sie benötigen keine Nisthilfen, sondern nehmen Kaminkehlen, Dachrinnenhaken oder Blitzableiter zu Hilfe, um ihre Nestkonstruktionen zu befestigen. Dabei trotzen diese jeglichen Stürmen, wo schon mal Dachziegel ausgehoben werden – hier zeigt sich doch die Natur als der bessere Baumeister.

Die Kinderstuben von Meister Adebar waren dieses Jahr von widrigen Witterungseinflüssen weitgehend verschont, so dass in vielen Nestern kleine Störche großgezogen wurden. Eine besondere Störchin brütet seit Jahren auf unserem Pfarrhausschlot. Sie ist nicht beringt, doch erkennt man sie an ihrem großen Gelege. Normalerweise legt ein Storchenweibchen 3-5 Eier. Je nach Witterung und Nahrungsverfügbarkeit werden dann im Durchschnitt 2-3 Küken aufgezogen. Unsere Pfarrhaus-störchin legt  seit Jahren 8! Eier.  So ein großes Gelege wird bei Weißstörchen nur selten beobachtet und ist schon eine kleine Besonderheit und eine Laune der Natur. Aufgezogen hat das Weißstorch-paar dieses Jahr dann letztendlich 3 junge Störche.

Der ein oder andere wird sich vielleicht fragen, was diesen Storchenboom bei uns verursacht?

Der Hauptgrund ist das veränderte Zugverhalten der Störche. Als Segelflieger meidet der Storch das offene Meer und zieht deshalb, je nach Brutgebiet, entweder über die Westroute über Gibraltar in die Sahelzone nach Afrika, oder als Ostzieher über den Bosporus am Nil entlang in den Sudan/Tschad oder sogar bis Südafrika. Unsere moderne Lebensweise hat nun unseren Westziehern die Möglichkeit geschaffen, ihre Zugroute zu verkürzen, d.h. sie überwintern in großer Zahl in Südfrankreich und Spanien auf offenen Mülldeponien, wo sie genug Nahrung finden. Der wesentlich verkürzte Zugweg erhöht natürlich die Überlebensrate der Vögel und so steigt der Bestand momentan hier an. Nichts desto trotz überlebt das erste Lebensjahr nur 1/3 der Jungstörche, was man durch Beringung und  Besenderung in den letzten Jahren sehr genau erforscht hat. Auf dem Zugweg lauern viele Gefahren für die unerfahrenen Vögel, die hauptsächlich von Stromleitungen, offenen Wasserspeichern und auch falscher Nahrungsaufnahme auf den Deponien ausgehen. Die Hauptnahrung der Vögel, hier in ihrem Brutgebiet, besteht übrigens nicht wie oft angenommen aus Fröschen, sondern aus Mäusen, Schnecken und Würmern, die sie allesamt auf den Wiesen, oft hinter den Mähwerken herschreitend aufnehmen.

Die Jungstörche verlassen schon Ende Juli/Anfang August in größeren Trupps das Brutgebiet um sich auf die Reise zu machen. Die Altstörche genießen dann hier noch die kinderfreie Zeit und erholen sich von der anstrengenden Jungenaufzucht. Ende August/Anfang September, wenn die Tage noch kürzer werden,  werden aber dann auch sie vom Reisefieber gepackt und brechen auf in ihr Winterquartier. Wie sagt man hier in Gerhardshofen:“ Die Kerwa machen sie noch mit, dann fliegn sie fort,“ – na hoffentlich verpassen sie den Zeitpunkt dieses Jahr nicht.

Heike Seefried

 

wir setzen uns für Vogelarten in Not ein

Weissstorch im Nest (c) Erwin Taube
Weissstorch im Nest (c) Erwin Taube

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Wiesenweihe am Brutplatz von Zdenek Tunka - LBV Bildarchiv
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Schleiereule, Marcus Bosch - LBV Bildarchiv
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Trauerschnaepper an Brutkasten, Rosl Roessner- LBV Bildarchiv
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Nistkastenbetreung

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Deswegen haben wir schon etliche Nistkästen montiert und betreuen diese. Es kommen natürlich immer mehr dazu.